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Am 24. Februar 2025 besuchte eine Delegation von 15 Pflege-Expertinnen und -Experten aus dem Kosovo die Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren (AGewiS) im Oberbergischen Kreis. Ziel des Besuchs war es, Einblicke in das kommunale Versorgungsmanagement zu erhalten. Kreisdirektor und AGewiS-Betriebsleiter Klaus Grootens betonte den Wert des Austauschs in der altersspezifischen Pflege und Versorgung.
Akademieleiterin Nicole Meyer stellte die Entwicklung der AGewiS vor und erläuterte die Aktivitäten zur Organisation der Versorgung betagter Menschen. Im Kosovo, wo es keine Kranken- und Pflegeversicherung im deutschen Sinne gibt, nimmt die Pflegeversorgung zunehmend eine zentrale Rolle ein. Die Delegation setzte sich aus der Rektorin der Hochschule des Kolegji Heimerer, Dr. Naime Brajshori, sowie anderen leitenden Mitarbeitenden und Direktoren von Kliniken in Pristina und Umgebung zusammen.
Austausch über Pflegemodelle
Seit 15 Jahren werden an der Hochschule in Pristina Pflegekräfte auf Bachelor- und Masterniveau ausgebildet. Während des Besuchs tauschten sich die Teilnehmer über die Entwicklung kommunaler und regionaler Versorgungszentren für Menschen mit Pflegebedarf aus. Besonderes Interesse galt dabei den Strukturen und Aufgabenfeldern von Kommunen in der Pflegeversorgung. Nicole Breidenbach stellte das oberbergische Pflegenetzwerk P.NetO vor, das Mitgliedsunternehmen in der ambulanten und stationären Pflege unterstützt. Harald Klotz informierte über die kommunalen sozialen Aufgabenfelder.
Dr. Ursula Kriesten, die ehemalige Leiterin der AGewiS, begleitete die Besuchergruppe während ihres fünftägigen Aufenthalts in Deutschland.
Zusätzlich zu diesem Austausch gibt es im Kosovo Initiativen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung, wie das Accessible Quality Healthcare (AQH) Projekt. Dieses wird von der Schweizer Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit (SDC) finanziert und fokussiert sich auf die Gesundheitsreform, insbesondere in der Primärversorgung und in Bezug auf nicht übertragbare Krankheiten in 12 Gemeinden des Landes. Die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen wurden dabei allzu oft vernachlässigt, was zu Herausforderungen bei der personenzentrierten Pflege führt, wie eine Recherche auf [ijic.org](https://ijic.org/articles/10.5334/ijic.s3226) zeigt.
Ein Beispiel für die Umsetzung eines integrierten Pflege-Modells ist die Gemeinde Fushe Kosova, die an der Verbesserung der Versorgung von Patienten über 65 Jahren mit Typ-2-Diabetes arbeitet. Hier wurde eine kommunale, multi-sektorale Arbeitsgruppe gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitssektor und sozialen Diensten zu stärken und um sicherzustellen, dass die Pflege den tatsächlichen Bedürfnissen der Patienten entspricht. Die lokale WG verfolgt einen partizipativen Ansatz, der die Koordination zwischen den verschiedenen Sektoren verbessert und die Angemessenheit des Modells für den lokalen Kontext gewährleistet.