
Trudy Braun, 78 Jahre alt, zeigt mit der Initiative „DigitalFit“, dass es nie zu spät ist, digitale Fähigkeiten zu erlernen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Digitalbegleitern hat sie eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, älteren Menschen und Interessierten den Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern näherzubringen. Die Themen der Kurse umfassen beispielsweise das Installieren von Apps, das Scannen von QR-Codes sowie den Kauf von Fahrkarten über das Smartphone.
Die Digitalseminare finden jeden zweiten Donnerstag im Monat im Brühler Gemeindezentrum statt und sind kostenlos zugänglich für alle, die ihre digitalen Fähigkeiten verbessern möchten. Zu Beginn der Seminare gibt es eine Einführung mit anschaulichen Erklärvideos von Dagmar Hirche auf YouTube. Ehrenamtliche Digitalbegleiter unterstützen die Teilnehmenden individuell und stehen für Fragen zur Verfügung. Braun betont, dass ältere Menschen nicht untalentiert sind, sondern oft einfach nur nicht gewohnt, mit Technik umzugehen. Ein wichtiger Tipp, den sie mitgibt: „Erst lesen, dann drücken.“
Veranstaltungen und individuelle Beratung
Zusätzlich zu den Seminaren wird auch eine individuelle Eins-zu-eins-Beratung jeden Montag im Begegnungszentrum MargaretaS in Brühl angeboten. Die Initiative „DigitalFit“ wird positiv angenommen, besonders da nicht alle älteren Menschen Angehörige haben, die ihnen helfen können. Das Team der Digitalbegleiter ist mittlerweile auf neun Personen angewachsen, darunter Fachleute wie Günter Matzko, der speziell Menschen mit Sehbehinderung unterstützt. Aktuell sucht das Team nach weiteren Verstärkungen, um das Angebot zu erweitern. Braun hebt hervor, dass jeder im Team helfen kann und dass sie selbst bei jedem Treffen dazulernt. Die Arbeit als Digitalbegleiter wird von den engagierten Helfern als bereichernd empfunden, der Dank der Teilnehmenden wird als wertvoll erachtet.
Der Wert von Bildung und digitaler Kompetenz für ältere Menschen wird auch auf bundespolitischer Ebene anerkannt. So betont das Bundesseniorenministerium, dass Bildung und digitale Fähigkeiten für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen von großer Bedeutung sind. Diese Förderung soll das Wohlbefinden und die Gesundheit im Alter stärken. Digitale Kompetenzen ermöglichen es, Online-Banking zu nutzen, Arzttermine zu buchen oder Videoanrufe zu führen.
Im Rahmen des „DigitalPakt Alter“ werden bis zum Projektende 300 lokale Anlaufstellen eingerichtet, um digitale Technologien zu fördern. Weitere Projekte, wie der „Digitale Engel PLUS“, bieten mobile Ratgeberteams, die älteren Menschen vor Ort digitale Kompetenzen vermitteln. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für alle älteren Menschen zugänglich zu machen, unabhängig von Geschlecht, Bildungsstand oder Einkommen, wie auf der Webseite des Bundesseniorenministeriums erläutert wird.
Umfangreiche Förderprogramme, wie das ESF-Plus Programm „Bildung und Engagement ein Leben lang“ (BELL), das am 1. April 2025 startet, werden installiert, um Bildungs- und Engagementmöglichkeiten speziell für Menschen ab 60 Jahren zu entwickeln.