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Nürnberg im Alarmzustand: Wie gefährlich ist der Hauptbahnhof wirklich?

Der Nürnberger Hauptbahnhof gilt als einer der gefährlichsten Bahnhöfe in Deutschland. Laut einem Bericht von BR wurde die Region rund um den Hauptbahnhof von der Polizei als „gefährlicher Ort“ eingestuft, was die Sicherheitslage für Reisende und Anwohner besorgniserregend erscheinen lässt. Bayerisches Gesetz erlaubt dabei Videoüberwachung und anlasslose Personenkontrollen in dieser Gegend.

Die Kriminalität in der Umgebung des Bahnhofs hat seit 2019 deutlich zugenommen, insbesondere Rohheitsdelikte, die um etwa 14 Prozent gestiegen sind. Während Drogenrazzien von Reportern begleitet wurden, stellte sich heraus, dass viele mutmaßliche Drogendealer nicht festgenommen werden konnten. Auch in anderen Städten Deutschlands, wie in Köln, haben Delikte der Straßenkriminalität seit 2019 zugenommen; hier sind die Zahlen um etwa 30 Prozent gestiegen.

Beunruhigende Statistiken und Maßnahmen

Wie T-Online berichtet, wurden im Jahr 2022 am Nürnberger Hauptbahnhof zahlreiche Sexualdelikte, Gewaltvergehen und Eigentumsdelikte registriert, obwohl dieser Bahnhof nicht zu den am stärksten frequentierten zählt. In einer Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag wurde festgestellt, dass der Nürnberger Hauptbahnhof zu den drei gefährlichsten Bahnhöfen in Deutschland gehört. Um der Situation entgegenzuwirken, wurde bereits auf eine erhöhte Sichtbarkeit von Polizei und DB-Sicherheitspersonal gesetzt, wobei die genaue Anzahl der eingesetzten Kräfte aus einsatztaktischen Gründen nicht veröffentlicht wird.

Zusätzlich wurde ein Alkoholverbot im Nürnberger Hauptbahnhof eingeführt, da Alkoholkonsum häufig mit erhöhter Aggressivität und Enthemmung in Verbindung gebracht wird. Testweise galt zudem Anfang Juli ein Waffenverbot auf dem Gelände, um für diese Problematik zu sensibilisieren. Die Bundespolizei zeigte sich mit den Ergebnissen dieser Aktion zufrieden, ob jedoch weitere Maßnahmen folgen, ist noch unklar. Das Sicherheitsgefühl der Reisenden soll durch die Personalmehrung und -verjüngung am Inspektionssitz in Nürnberg gestärkt und zur Kriminalitätsreduktion beigetragen werden.