Ahrweiler

Somuncu kehrt zurück: Provokationen und der Kampf gegen Vorurteile!

Serdar Somuncu, der bekannte deutsch-türkische Künstler, trat nach einer zweijährigen Pause wieder auf. Der Auftritt fand im Bonner Pantheon statt, wo Somuncu in seiner gewohnten provokanten Manier auf die Bühne trat. In seinem Comeback-Programm sprach er über Themen wie Drogen und Prostitution, die er kritisch beleuchtete.

Während der Vorstellung thematisierte Somuncu die Verrohung der Sprache in der Gesellschaft und deren weitreichende Auswirkungen. Für den Künstler sind solche gesellschaftlichen Themen zentral in seiner Arbeit, da er in den letzten Jahrzehnten immer wieder relevante Fragen zur Identität und Gesellschaft aufwirft, wie [heimatkunde.boell.de](https://heimatkunde.boell.de/de/2009/05/18/es-geht-mir-nicht-um-provokation-ich-will-denkgrenzen-aufloesen) berichtete.

Vielfältige Karriere und künstlerisches Selbstverständnis

Serdar Somuncu, geboren 1968 in Istanbul, ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker, Regisseur und Schriftsteller. Er studierte Musik, Schauspielkunst und Regie in Maastricht und Wuppertal und erlangte 1996 Bekanntheit durch szenische Lesungen aus „Mein Kampf“. In diesen Lesungen beschäftigte er sich mit den deutschen Identitätskomplexen und provozierte dabei auch Neonazis, die seine Veranstaltungen störten.

Somuncu sieht sich selbst nicht als Comedian, sondern als Theatermensch, der durch Sprache kommuniziert. Mit Programmen wie „Hitler Kebab“ und „Bild lesen“ erzielte er große Erfolge. Aktuell tourt er mit dem Programm „Der Hassprediger“ und veröffentlicht wöchentliche Inhalte auf seinem Video-Blog „Hate Night“. Er beschäftigt sich in seinem aktuellen Programm mit Themen wie Faschismus und Ideologien und versucht, durch Dialog und Reflexion verschiedene Perspektiven zusammenzubringen.

Somuncu gibt an, dass seine künstlerische Freiheit und Vielfalt ihn leiten, während er gleichzeitig die stereotype Darstellung von Türken in den Medien kritisiert. Er fordert eine differenzierte Betrachtung der Integrationsproblematik und sieht sich nicht als Vermittler zwischen Kulturen, sondern als einen, der die Ambivalenz der deutsch-türkischen Identität reflektiert.

Obwohl Somuncu immer wieder provoziert, ist für ihn die Provokation nicht das Ziel seiner Kunst, sondern ein Mittel, um Diskussionen anzuregen. In Zukunft plant er, sich von der Bühne zurückzuziehen, um sich mehr auf Musik und Theater zu konzentrieren und weniger Zeit in der Öffentlichkeit zu verbringen.