Germersheim

Flucht aus der Justiz: Prozess gegen mutmaßlichen Fluchthelfer beginnt!

Am Amtsgericht Landau stehen derzeit der verurteilte Mörder Aleksandr Perepelenko und sein mutmaßlicher Fluchthelfer Oleg J. im Fokus eines aufsehenerregenden Prozesses. Perepelenko, der vor rund zwei Jahren während eines begleiteten Familienausflugs an einem Baggersee bei Germersheim entkam, wurde neun Monate später in Moldawien gefasst und wieder in ein deutsches Gefängnis gebracht.

Oleg J., 46 Jahre alt, sieht sich vorgeworfen, bei der Flucht seines Freundes behilflich gewesen zu sein. Während der Verhandlung erklärte Oleg J., dass er die Vorwürfe der Gefangenenbefreiung und der Vollstreckungsvereitelung von sich weist. Laut seinen Angaben seien die Telefonate mit Perepelenko nicht auf eine Flucht ausgerichtet gewesen. Bei einem Verhandlungstag sagte Perepelenko zudem aus, dass Oleg J. nichts mit seiner Flucht zu tun gehabt habe. Er habe ihn erst am Tag nach der Flucht in Tschechien getroffen.

Details zur Flucht

Die Umstände der Flucht bleiben umstritten. Schließlich bestätigte Perepelenko, dass seine Frau ihn bei der Organisation der Flucht unterstützt habe, indem sie ihm Geld und einen Autoschlüssel zugesteckt habe. Unbestritten ist, dass Oleg J. am Tag der Flucht Perepelenko am Sollachsee in Germersheim traf und ihm ein Werkzeug für die Fußfessel gab. Es wird vermutet, dass sie nach der Flucht gemeinsam mit Oleg J.s Mercedes über Tschechien nach Polen fuhren.

Obwohl Oleg J. zugeben musste, dass er Perepelenko in Tschechien begegnete, sieht er dies nicht als strafbaren Akt an. Über die genaue Beziehung zwischen Oleg J. und Perepelenko gibt es unterschiedliche Aussagen; Oleg J. sprach von einer Beziehung, wollte jedoch keine weiteren Details preisgeben. Die Verhandlung wurde nach weniger als einer Stunde unterbrochen, und das Gericht wird bis zum nächsten Termin entscheiden, ob Zeugen vorgeladen werden.

Perepelenko hatte während seiner Flucht versucht, die Öffentlichkeit von seiner Unschuld zu überzeugen und schaffte es, über Oleg J. eine Verbindung zu den Medien herzustellen. Die Flucht des verurteilten Mörders führt zudem zu einer Debatte über die Sicherheitsstandards im deutschen Strafvollzug, wie rheinpfalz.de und bnn.de berichteten.