
In Rheinland-Pfalz kam es am 7. März 2025 zu mehreren Bränden in Wohnhäusern. Besonders besorgniserregend war ein Dachstuhlbrand in Piesport, Kreis Bernkastel-Wittlich. Anwohner wurden dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um sich vor möglicher Rauchentwicklung zu schützen. Diese Brände traten an einem Tag auf, an dem auch in Kitas und Kliniken im Land gestreikt wird.
Der Streik im öffentlichen Dienst wird von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di organisiert und soll den Druck im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst erhöhen. Der Warnstreiktag fällt zusammen mit dem Equal Pay Day, an dem auf die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern hingewiesen wird. Zudem veranstaltet die Arbeitsagentur Trier ein Online-Seminar zu diesem Thema. Ein weiteres wichtiges Ereignis des Tages ist der Start eines Frühwarnsystems am Sahrbach, einem Zufluss der Ahr, um zukünftige Flutkatastrophen zu vermeiden.
Streik und Tarifverhandlungen
Wie ver.di berichtete, seien die Tarifverhandlungen für über 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst am 18. Februar ohne ein Angebot geblieben. Aufgrund dieser Situation intensiviert die Gewerkschaft ihre Warnstreiks und ruft zu einem bundesweiten Streiktag am 7. März in Einrichtungen der Sozialen Arbeit, Erziehung, Pflege und Gesundheit auf. Der Streiktag fällt nicht nur auf den Equal Pay Day, sondern auch auf den Internationalen Frauentag am 8. März.
Die Tarifverhandlungen seien aus Sicht der Gewerkschaft besonders wichtig, da der Gender-Pay-Gap in Deutschland im Jahr 2024 bei 16 Prozent liege. Das Ziel des Streiks besteht darin, mehr Lohngerechtigkeit sowie bessere Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen zu erreichen. Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende, betont die Notwendigkeit von Veränderungen. Die Beschäftigten kämpfen häufig mit Doppelt- und Dreifachbelastungen durch Arbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen.
Zusätzlich wird auf den Mangel an Personal im öffentlichen Dienst hingewiesen, insbesondere in sozialen und pflegenden Berufen. Der aktuelle Forderungskatalog von ver.di sieht eine Entgelterhöhung von 8 Prozent sowie eine Mindesterhöhung von 350 Euro pro Monat vor. Auch die Zuschläge für belastende Schichten, wie Wechselschicht, Nachtarbeit sowie Sonn- und Feiertagsarbeit, sollen erhöht werden. Eine große Mehrheit der Beschäftigten in Pflege, Kitas und Sozialer Arbeit sind Frauen, die mit hoher Verantwortung und emotionaler Belastung aufgrund schlechter Personalausstattung umgehen müssen.
Eine Arbeitszeitbefragung zeigt zudem: Schwierige Arbeitsbedingungen und unattraktive Arbeitszeiten sind als Hauptgründe für unbesetzte Stellen identifiziert worden. Diese Faktoren führen zu einer hohen Belastung, etwa 79,1 Prozent in der Pflege, 63,9 Prozent in der Sozialarbeit und 78,3 Prozent in Kitas erleben die Auswirkungen. Des Weiteren können unter den gegebenen Bedingungen viele Beschäftigte nicht bis zum Rentenalter in ihrem Beruf bleiben, mit alarmierenden Zahlen von 82,8 Prozent in der Pflege, 63,9 Prozent in der Sozialarbeit und 86,2 Prozent in Kitas, die dies bestätigen.