
In Riesa wurde die Feuerwehr kürzlich für ihren unermüdlichen Einsatz und das Engagement ihrer Mitglieder gewürdigt. Während der Jahresdienstversammlung dankte Kreisbrandmeister Thomas Fischer den Feuerwehrleuten, die ihre Freizeit für Einsätze und Ausbildungen opfern. Fischer bezeichnete diesen freiwilligen Einsatz als keine Selbstverständlichkeit und gab zu bedenken, dass 64 Prozent der Einsätze der Riesaer Feuerwehr auf technische Hilfeleistungen entfallen, was von vielen als ärgerlich angesehen wird. Feuerwehr wurde ursprünglich zur Brandbekämpfung gegründet und nicht als technischer Notdienst.
Im Jahr 2024 zählte die Feuerwehr Riesa insgesamt 599 Einsätze, davon 89 Brände und 251 technische Hilfeleistungen. In 50 Prozent der Fälle wurden Rechnungen für die Einsätze verschickt. Besonders drastisch war ein schwerer Unfall am 9. August 2024 in der Teigwaren Riesa, bei dem sechs Mitarbeiter durch Blausäureausstoß lebensbedrohlich verletzt wurden. Für diesen Einsatz waren 170 Kräfte bis zu drei Stunden lang beschäftigt, um die Verletzten zu retten und die Lage zu sichern. Oberbürgermeister Marco Müller erinnerte sich während des Vorfalls an die Gefahren, die die Einsatzkräfte in Kauf nehmen.
Verdienstvolle Kameraden und Ausblick auf die Zukunft
Bei der Jahresdienstversammlung wurden verdienstvolle Kameraden geehrt. Hans Dietrich erhielt das Ehrenkreuz für 70 Jahre Dienst, während Horst Hofmann und Dieter Böcke die Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr Riesa verliehen wurde. Ein besonderer Ausblick wurde auch auf das Jahr 2025 gegeben: Der Bau der neuen Riesaer Feuerwache an der Klötzerstraße soll beginnen, mit einem Richtfest im Herbst und einer voraussichtlichen Fertigstellung am 20. Juli 2026.
Parallel zu diesen Geschehnissen berichtet [MDR](https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/grossenhain-riesa/nudelfabrik-feuerwehr-abc-einsatz-polizei-100.html), dass ein schwerer Vorfall in einer Nudelfabrik in Riesa während Reinigungsarbeiten die Feuerwehr in einen zeitintensiven Einsatz führte. Bei der routinemäßigen Schädlingsbekämpfung trat giftige Blausäure aus, was zu sechs Verletzten, darunter ein schwer verletzter Mitarbeiter, führte. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung. Für den Einsatz waren über 30 Fahrzeuge sowie zwei Hubschrauber im Einsatz, während die Rettungskräfte in Schutzanzügen arbeiteten. Der schwerverletzte Mitarbeiter wurde dekontaminiert und in ein Dresdner Krankenhaus gebracht. Das Unternehmen war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar, jedoch bestätigte ein Feuerwehrsprecher den Vorfall.