
In der Jugendanstalt Schleswig im Kreis Schleswig-Flensburg wird ein schwerwiegender Verdacht gegen zwei Mitarbeiterinnen laut. Laut einem Bericht von NDR stehen eine 27-jährige Abteilungsleiterin und eine 31-jährige Psychologin im Verdacht, über einen Zeitraum von mehreren Monaten sexuelle Beziehungen zu einem 17-jährigen Häftling gehabt zu haben. Die beiden Frauen sollen sich darüber hinaus für die frühzeitige Entlassung des Jugendstraftäters eingesetzt haben.
Die Vorwürfe beinhalten die Gewährung persönlicher Haftvorteile für den minderjährigen Insassen. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat inzwischen bestätigt, dass der Anfangsverdacht sich erhärtet hat, und somit Ermittlungen wegen Bestechlichkeit und Bestechung eingeleitet wurden. Während die Abteilungsleiterin bereits suspendiert wurde, kündigte die Psychologin. Beide Frauen sind derzeit nicht mehr in der Einrichtung tätig.
Details zu den Ermittlungen
Am Tag vor der geplanten Freilassung des Häftlings führte das Landeskriminalamt eine Razzia in der Justizvollzugsanstalt durch. Die Staatsanwaltschaft Kiel kümmert sich um die laufenden Ermittlungen. Justizstaatssekretär Otto Carstens stellte klar, dass bislang keine Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Anstaltsleiterin vorliegen. Diese wird zudem für sechs Monate an das Ministerium für Justiz und Gesundheit abgeordnet, wobei diese Maßnahme als Schutzmaßnahme dient und nicht als Strafversetzung zu verstehen ist.
Zudem berichten die 20 Minuten über einen ähnlichen Fall in England, in dem eine ehemalige Gefängniswärterin für 15 Monate inhaftiert wurde, nachdem sie sexuelle Handlungen mit einem Insassen hatte, die aufgenommen und verbreitet wurden. Die Ermittlungen im Fall der Jugendanstalt Schleswig dauern weiterhin an.