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Schüler aus Deutschland und Israel: Gemeinsame Reise ins Holocaust-Gedenken

Schüler aus Deutschland und Israel haben sich im Galicia Jewish Museum in Krakau versammelt, um an einem Workshop teilzunehmen, bevor sie die Gedenkstätte Auschwitz besuchen. Der Workshop wird von Magnus, einem Studenten aus Erfurt, geleitet. In diesem Rahmen schreiben die Schüler Begriffe zum Holocaust auf ein Whiteboard. An der Initiative nehmen insgesamt 50 Schüler teil, die Hälfte aus Deutschland und die andere Hälfte aus Israel. Geplant sind Aktivitäten wie der Besuch einer Ausstellung des Fotografen Chris Schwarz, ein Treffen mit einer Holocaustüberlebenden und die Feier des Schabbats.

Die Lehrer und Betreuer der Gruppe berichten, dass sie keine vergleichbaren Projekte mit deutschen und israelischen Schülern erlebt haben. Die Stimmung im Bus auf dem Weg nach Auschwitz ist zunächst euphorisch, ändert sich jedoch erheblich bei der Ankunft. Katarzyna Kuszaj-Jarnot, die Führerin, spricht sachlich über die Brutalität des Lagers, was bei den Schülern zu emotionalen Reaktionen führt; viele von ihnen weinen oder umarmen sich. Besonders eindrücklich sind die alten Baracken, die ausgestellten Habseligkeiten der Deportierten und das „Buch der Namen“. Während des Besuchs diskutieren die Schüler über ihre persönlichen Erlebnisse und ihre emotionalen Reaktionen auf die Gedenkstätte.

Reflexion und Austausch über die Vergangenheit

In den Gesprächen zwischen den deutschen und israelischen Schülern kommen auch aktuelle politische Themen zur Sprache. Einige Schüler bringen eine israelische Flagge mit und denken an den Gazakrieg sowie den Anschlag am 7. Oktober 2023. Die Holocaustüberlebende Lidia Maksymowicz erzählt von ihren Erfahrungen in Auschwitz und die Schüler reflektieren über die Bedeutung der Gespräche mit Überlebenden und deren Appell, die Geschichte weiterzugeben. Der Freitagabend endet mit einer Feier des Schabbats, bei der Kerzen angezündet und eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen wird. Der Abend schließt mit einem rauschhaften Fest im Galicia Jewish Museum, bei dem die Schüler singen und tanzen. Viele hoffen auf zukünftige Treffen und einen weiteren Austausch.

Der 27. Januar ist ein bedeutsames Datum, das an die Befreiung von Auschwitz im Jahr 1945 erinnert. 80 Jahre nach dieser historischen Begebenheit betonen Jugendliche wie Leonie und Carla die Wichtigkeit des Themas Holocaust in ihrem schulischen Umfeld. Schüler der Atelierschule in Zürich haben sich mit verschiedenen Medien auseinandergesetzt, um mehr über den Holocaust zu lernen. Dazu nutzen sie auch eine App, um interaktiv mit einem Holocaust-Überlebenden zu kommunizieren. Unterrichtsmaterialien wie Bücher und Filme über den Holocaust werden ebenfalls behandelt. Diese verschiedenen Ansätze zur Erinnerungskultur verdeutlichen den dynamischen Wandel des Erinnerns und dessen Relevanz in der heutigen Zeit, besonders im Kontext aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen.