
In Hessen sorgt die Diskussion um die Sicherheit von Volksfesten für große Aufregung, insbesondere nach den tragischen Amokfahrten in Deutschland. Infolge der hohen Sicherheitskosten mussten mehrere lokale Feste abgesagt werden, darunter die Radtour Kinzigtal Total, das Kirschblütenfest in Marburg sowie die Veranstaltung „Fahr zur Aar“. Diese Absagen werfen Fragen zur finanziellen Belastung der Kommunen auf, die oftmals in finanziellen Schwierigkeiten stecken.
Ein zentrales Element dieser Diskussion ist die Verantwortung der Veranstalter, die für die Sicherheitskonzeptionen stehen, die je nach Art der Veranstaltung variieren müssen. So wird die Bundesstraße 54 für die Veranstaltung „Fahr zur Aar“ aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht gesperrt. Das Ordnungsamt des Rheingau-Taunus-Kreises sah sich gezwungen, die Risiken für die Durchführung der Veranstaltung als zu hoch einzuschätzen.
Finanzielle Unterstützung und Sicherheitskonzepte
Um den betroffenen Kommunen unter die Arme zu greifen, plant die hessische Landesregierung ein Sofortprogramm mit dem Titel „Sicherheit bei Veranstaltungen“. Dieses Programm wird mit über einer Million Euro ausgestattet und soll den Kommunen helfen, die erforderlichen Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Innenminister Roman Poseck (CDU) betont, dass die Kommunen eng zusammenarbeiten müssen, um in Sicherheitsfragen effektiv agieren zu können.
Positives Feedback kam vom Hessischen Städte- und Gemeindebund, der das Sofortprogramm als einen ersten Schritt zur Verbesserung der Sicherheit wertet. Allerdings äußerten sie auch Bedenken hinsichtlich der praktische Umsetzung und offenen Fragen zu Anforderungen und Standards. Personelle Engpässe bei der Polizei an Wochenenden und Feiertagen stellen ein weiteres Hindernis dar, das die Planung sicherer Veranstaltungen erschwert.
Um die Sicherheitslage weiter zu überprüfen, wird ab Mai 2025 in Hessen ein Informationsprogramm angeboten, bei dem die hessischen Polizeipräsidien den Kommunen zur Seite stehen. Dabei sollen sicherheitsrelevante Aspekte thematisiert und die Kooperation zur Polizei gestärkt werden. Antragsberechtigt für das neue Förderprogramm sind Kooperationen hessischer Kommunen. Diese müssen nachweisen, dass sie ein gemeinsames Sicherheitskonzept erarbeiten und eine Einsparung von mindestens 15 Prozent pro Jahr erreichen. Weitere Informationen zur Förderung sind auf der Website des Beratungszentrums Hessen verfügbar.
Trotz der Sicherheitsbedenken konnten in den vergangenen Monaten viele Veranstaltungen in Hessen friedlich durchgeführt werden, was verdeutlicht, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und kulturellen Aktivitäten von großer Bedeutung ist, wie [osthessen-news.de](https://osthessen-news.de/n11774597/so-sollen-veranstaltungen-in-hessen-sicherer-werden.html) berichtet. Das Ziel der Landesregierung bleibt, das Interesse an Veranstaltungen zu fördern und gleichzeitig die Sicherheitsbelange in den Vordergrund zu stellen, wie auch [tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-land-hessen-verspricht-soforthilfe-gegen-absagen-von-volksfesten-100.html) unterstreicht.