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Streik im Nahverkehr: Behindertenbeirat fordert mehr Rücksicht!

In Deutschland haben sich die Verkehrsbetriebe im Nordosten auf unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen vorbereitet. Laut [nordkurier.de](https://www.nordkurier.de/regional/schwerin/schweriner-behindertenbeirat-beim-streik-mehr-ruecksicht-auf-schwache-nehmen-3426920) haben 94 Prozent der Verdi-Mitglieder in diesen Betrieben für Streiks gestimmt. Besonders kritisch sehen dies die Mitglieder des Schweriner Behindertenbeirates, die betonen, dass solche Streiks vor allem Menschen mit Behinderungen stark belasten. Der Beiratsvorsitzenden Angelika Stoof zufolge sind öffentliche Verkehrsmittel für viele Menschen mit Einschränkungen eine wichtige Grundlage für ihre Selbstständigkeit und die Zugangsmöglichkeiten zu wichtigen Terminen wie Arztbesuchen und Therapien werden durch die Streiks stark eingeschränkt.

Viele Betroffene sind auf Sozialhilfe angewiesen und können sich keine teuren Transportalternativen leisten. Aus diesem Grund fordert der Behindertenbeirat kreative Lösungen wie zusätzliche Fahrdienste oder mehr barrierefreie Fahrzeuge während der Streikzeit. Sascha Bähring, der Verhandlungsführer von Verdi-Nord, betont, dass die Gewerkschaft weiterhin eine Einigung am Verhandlungstisch anstrebt. Die Streiks werden bis zum 30. März ausgesetzt, sofern die Arbeitgeber bis zum 21. März einen Verhandlungstermin vorschlagen. Laut Bähring sind die Beschäftigten unzufrieden mit den Löhnen, während in andere Bereiche investiert wird. Geschäftsführer Thomas Schlüter vom Schweriner Nahverkehr teilte mit, dass während der Warnstreiks keine Grundversorgung im Nahverkehr gewährleistet werden konnte, während gleichzeitig ein Notversorgungsplan für längere Ausstände in Bearbeitung ist.

Informationen zu den laufenden Streiks

In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin finden derzeit Streiks im öffentlichen Nahverkehr statt, wie [adac.de](https://www.adac.de/news/streik-nahverkehr-deutschland-2025/) berichtet. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Streiks seit dem 17. März im Gang, was dazu führt, dass in Schwerin keine Straßenbahnen und Busse fahren. In Rostock sind die Straßenbahnen ebenfalls stillgelegt, während ein eingeschränkter Notfallplan für Busse von 6 bis 20 Uhr im Halbstundentakt angeboten wird. Auch in Stralsund, Nordwestmecklenburg und auf Rügen kommt es zu Einschränkungen mit einem reduzierten Sonntagsfahrplan, während der Stadtverkehr in Neubrandenburg nicht betroffen ist.

In Berlin finden von Mittwoch, dem 19. März, bis Freitag, dem 21. März, Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben statt. Hier stehen die Straßen- und U-Bahnen sowie die meisten Busse still, während S-Bahn und Regionalbahnen nicht betroffen sind. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen der BVG und Verdi ist für den 21. März angesetzt. Währenddessen berichten Pendler in mehreren Städten von anhaltenden Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr und sollten sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage informieren. Autofahrer werden aufgefordert, mehr Zeit einzuplanen und ihre Routen anzupassen.