
Der Trend luxuriöser Reisen auf Schienen erlebt einen Boom, insbesondere nach der pandemiebedingten Stilllegung vieler Züge. Die „Retrobahn-Romantik“ wird neu aufgelegt, wie Welt berichtet. Historische Luxuszüge sind dabei besonders gefragt, und auch das Gastronomieangebot an Bord spielt eine wesentliche Rolle.
Ein Beispiel ist der Venice Simplon-Orient-Express, der bereits seit 1982 von Belmond betrieben wird und eine neue Route von Paris nach Florenz ab Mai 2025 einführt. Die viertägige Reise kostet ab 11.300 Euro und beinhaltet eine Übernachtung im Zug sowie zwei Nächte im Hotel „Castello di Casole“. Im globalen Markt wird für 2024 ein Umsatz von über 352 Millionen Euro mit historischen Touristenzügen erwartet, wobei in den nächsten zehn Jahren eine Verdopplung prognostiziert wird.
Neue Luxuszugprojekte
Das Jahr 2024 wird auch von weiteren Neuerungen im Luxusreise-Segment geprägt sein. Der neue Britannic Explorer startet im Juli 2025 mit einer viertägigen Reise ab 6.990 Euro pro Person und bietet verschiedene Ausflüge und Verpflegung.
Ein weiterer Höhepunkt ist der La Dolce Vita Orient Express, der im April 2024 in Italien startet und Touren zu klassischen Zielen mit einer dreitägigen Trüffelreise ab 8.320 Euro anbietet. In Saudi-Arabien wird das Projekt Dream of the Desert Ende 2025 eingeführt, das 50 Millionen Euro kosten wird und über 40 Luxusabteile sowie ein Restaurant und eine Loungebar verfügt. Dies wird die Strecke von Riad nach Al-Qurayyat bedienen.
Zusätzlich sind weitere Projekte in Planung, wie der Samarkand-Express in Usbekistan, der 2026 starten soll, sowie der Guardian of the Nile in Ägypten (2027) und der Norient-Express in Norwegen ab Herbst 2026, welcher über ein Fitnessstudio und ein Observatorium verfügen wird. Anja Kirig, Trendforscherin, bezeichnet diese Entwicklung als „Rail Renaissance“, bei der Reisen wieder zum Ziel werden und die Romantik der Zugfahrt mit modernem Luxus verbunden wird.
Europa bietet zudem eine Vielzahl an historischen Luxuszugreisen, die durch malerische Landschaften führen. So haben sich Züge wie der Royal Scotsman, der durch die schottischen Highlands fährt, oder der Transcantabrico Gran Lujo, der von San Sebastián nach Santiago de Compostela führt, etabliert. Dieser kommt mit großen Fenstern für Panoramablicke sowie Gourmet-Mahlzeiten und Live-Unterhaltung.
Die Green Voyage hebt hervor, dass auch der Belmond Grand Hibernian der erste Luxuszug Irlands ist. Er führt durch Dublin, Belfast und Cork und bietet ein Erlebnis, das mit irischen Kunstwerken und Besuchen historischer Schlösser ergänzt wird. Ein weiteres Highlight ist der Glacier Express, der langsamste Schnellzug der Welt, der zwischen Zermatt und St. Moritz eine Panorama-Fahrt durch die Schweizer Alpen ermöglicht – inklusive eines Drei-Gänge-Menüs an Bord.
Schließlich verknüpft der Golden Eagle Donau-Express weniger befahrene Routen in Mitteleuropa und besucht UNESCO-Weltkulturerbestätten, während der Al Andalus von Sevilla nach Granada fährt und ein nostalgisches Erlebnis mit Flamenco-Aufführungen und andalusischer Küche bietet.