
Am Dienstag wird Andrea Lindholz zur neuen Bundestagsvizepräsidentin gewählt. Die Nominierung der 54-jährigen Abgeordneten, die aus der Region Aschaffenburg stammt, erfolgte durch die Berliner CSU-Landesgruppe und erhielt Unterstützung von der gesamten Unionsfraktion. Der CSU-Generalsekretär Martin Huber lobte ihren Einsatz und das Miteinander innerhalb der Fraktion. Lindholz selbst bedankte sich für den Vertrauensbeweis in ihrer neuen Position.
Zusätzlich zur Wahl von Lindholz wurde Julia Klöckner bereits als Kandidatin für das Amt der Bundestagspräsidentin nominiert. Das Bundestagspräsidium wird während der konstituierenden Sitzung am Dienstag gewählt. Andrea Lindholz ist seit 2013 Mitglied des Bundestages und war zuvor stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion. Bei der Bundestagswahl 2021 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Aschaffenburg, wobei sie 43,8 Prozent der Erststimmen erhielt.
Politische Positionen und Personalfragen
In politischen Debatten hat sich Lindholz insbesondere als Innenexpertin in Fragen zur Migrationspolitik profiliert. Sie kritisierte die Migrationspolitik der Ampel-Regierung (SPD, Grüne, FDP) und forderte eine grundlegende Neuausrichtung. Lindholz verwies auf den Anstieg der Asylzahlen, mit fast 800.000 Asylerstanträgen seit Amtsantritt der Regierung Scholz und rund 1,2 Millionen geflüchteten Ukrainern. Dies führe zu einer Überlastung der Kommunen, was die Notwendigkeit einer kontrollierteren Zuwanderung unterstreiche. Ihre Vorschläge umfassen strengere Zurückweisungen an den Grenzen, einen Ausreisearrest für Straftäter und das Ende falscher Anreize für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten, wie [csu-landesgruppe.de](https://www.csu-landesgruppe.de/themen/innen-und-bau-recht-und-verbraucherschutz/andrea-lindholz-kurswende-migrationspolitik) berichtet.
Im Rahmen der Personalien wird auch Alexander Dobrindt als möglicher Minister für ein „schweres Ministerium“ gehandelt. Dobrindt war bereits von 2013 bis 2017 Verkehrsminister und ist aktuell CSU-Landesgruppenchef. Zudem wird Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands, als möglicher Landwirtschaftsminister genannt. Obwohl er den Einzug in den Bundestag über die CSU-Liste verpasst hat, ist er Teil des CSU-Teams bei den Koalitionsverhandlungen. Felßners mögliche Ernennung stößt auf Widerstand, wie [br.de](https://www.br.de/nachrichten/bayern/csu-klaert-erste-personalie-in-berlin-wer-wird-minister,UgMXYm6) berichtet, da Online-Petitionen gegen ihn bereits über 500.000 Unterschriften gesammelt haben und Aktivisten der Tierrechtsorganisation „Animal Rebellion“ auf seinem Hof protestierten.