
In einem erschreckenden Fall von sexuellem Missbrauch wurde ein 31-jähriger Mann aus dem Bodenseekreis vom Amtsgericht Tettnang zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Das Urteil wurde zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt. Dieser Vorfall ereignete sich Ende Mai 2020 in der Wohnung des Opfers, nachdem die junge Frau den Angeklagten eingeladen hatte. Berichten zufolge war das Opfer in einem benommenen Zustand durch Alkohol und in einen tranceähnlichen Zustand gefallen, sodass sie nicht in der Lage war zu reagieren.
Der Angeklagte wurde zunächst wegen Vergewaltigung angeklagt, jedoch wurde die Anklage später auf sexuellen Übergriff geändert. Ein psychiatrisches Gutachten stellte eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten fest, jedoch wurde keine Schuldunfähigkeit festgestellt. Trotz seiner Reue zeigte der Angeklagte vor Gericht an, dass er gegen den Willen des Opfers gehandelt habe und erklärte, er habe bemerkt, dass sie sich nicht bewegen konnte.
Folgen für das Opfer
Das Opfer leidet weiterhin unter den emotionalen und psychischen Folgen der Tat. Sie hat Schlafstörungen und Alpträume und kann sich nur fragmentarisch an die Nacht erinnern. Ihr Vater äußerte sich besorgt über die emotionalen Folgen und die Angst seiner Tochter, die ihr Vertrauen in andere Menschen stark beeinträchtigt hat.
Ein Cousin des Angeklagten war ebenfalls in die Geschehnisse verwickelt, indem er das Opfer während der Übergriffe fotografierte. Der erste Prozess gegen ihn wurde im April 2023 eingestellt. Die Toxikologische Untersuchung des Opfers ergab keine Hinweise auf K.O.-Tropfen, was den Verlauf der Ereignisse zusätzlich kompliziert.
In einem weiteren Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass sexueller Missbrauch vielfältige und gravierende Folgen haben kann, die sowohl kurz- als auch langfristig auftreten. Besonderheiten wie die Dauer des Missbrauchs, das Alter des Opfers und die Art der Gewaltanwendung spielen eine entscheidende Rolle. Laut dem Portal von Frauen gegen Gewalt sind die Reaktionen des sozialen Umfelds entscheidend. Ein unterstützendes Umfeld kann helfen, die Folgen abzumildern, während ein Geheimhaltungsdruck häufig dazu führt, dass Kinder und Jugendliche nur selten offen über ihre Erfahrungen berichten.