Friedrichshafen

Störche kehren zurück: Neue Hoffnung auf Brut-Erfolg in Wangen!

In der Region Wangen sind die Störche zurück. Einige von ihnen haben den Winter in der Gegend verbracht und sind nun wieder aktiv in den Horsten. Vogelexperte Gerhard Lang hat beobachtet, dass mehrere Weißstorchhorste im Stadtgebiet und auf dem Gelände der Landesgartenschau besetzt sind. An verschiedenen Standorten, darunter das Rathaus, das Kornhaus, der Erba-Kamin, der Baumhorst bei der Linde sowie im Waldorfschulbereich, sind jeweils zwei Störche anwesend. Bei einer Umfrage unter Aktiven des NABU wurden zudem weitere Nester in Obermooweiler und in Neuravensburg identifiziert.

Besonders interessant ist ein Männchen, das in Neuravensburg eine Partnerin gefunden hat, deren Herkunft unbekannt ist. Die Ringnummer des Männchens wurde abgelesen; es wurde am 31. Mai 2019 in Efrizweiler-Riedern beringt und wog damals 3400 Gramm. Es wurde seit seiner Beringung mehrmals an verschiedenen Orten gesichtet, zuletzt am 8. März 2023, als es zusammen mit seinem Partner auf dem Horst klapperte. Dieses Pärchen hat im Frühjahr 2022 einen Jungvogel aufgezogen, allerdings blieb der Bruterfolg im Jahr 2024 aus. Für 2025 besteht jedoch Hoffnung auf eine erfolgreiche Brut, die stark vom Wetter im Frühjahr abhängt.

Störche und ihre Zugrouten

Die Wanderungen der Störche sind bemerkenswerte Naturphänomene. Im August beginnen die Jungstörche, ihre Umgebung zu erkunden, und machen sich schließlich unabhängig auf den Weg nach Afrika. Dieser Zug ist eine Anpassung an die jahreszeitlichen klimatischen Bedingungen in Europa und Afrika. Die winterliche Nahrungsknappheit zwingt die Störche zur Migration, nicht die Kälte. Auf ihren Reisen nutzen sie warme Aufwinde für einen energiesparenden Flug, ähnlich wie Segelflugzeuge. Dabei legen Störche im Durchschnitt zwischen 150 und 300 Kilometern pro Tag zurück.

Die meisten deutschen Weißstörche, etwa 75 Prozent, nehmen die östliche Route über den Bosporus in ihre Überwinterungsgebiete, die bis nach Südafrika reichen. Jährlich folgen rund 500.000 Störche dieser Route. Die Türkei spielt dabei eine wichtige Rolle als Rastplatz während ihrer Wanderungen. Trotz der Herausforderungen, die durch Trockenlegungen von Sumpfgebieten in den 1970er Jahren entstanden sind, ziehen Störche entlang des Jordan in großen Trupps. Diese Wanderrouten sind jedoch nicht ohne Gefahren, da sie unter anderem elektrischen Freileitungen, Bejagung, Vergiftungen und dem Verlust von Rastgebieten ausgesetzt sind, wie in den Berichten des NABU erläutert wird.