
Am 27. März 2025 informierte das Regierungspräsidium Karlsruhe über umfangreiche Straßenbaummaßnahmen in den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt sowie in den Stadtkreisen Baden-Baden und Karlsruhe. Der Bund und das Land investieren in diesem Jahr in den Umbau, die Erweiterung und den Erhalt des Straßennetzes. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Erhaltung und Sanierung von Bundes- und Landesstraßen sowie Bauwerken.
Jürgen Genthner, Referatsleiter im Baureferat Mitte des Regierungspräsidiums Karlsruhe, betonte, dass besonderes Augenmerk auf den Ersatzneubau und die Sanierung von Brückenbauwerken gelegt wird. Fünf Brücken werden ersetzt, darunter solche mit spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl, während drei weitere Bauwerke grundhaft saniert werden. Zusätzlich sind zahlreiche Fahrbahndeckensanierungen für die kommenden Monate geplant, mit dem Ziel, die Verkehrsbeeinträchtigungen während der Maßnahmen zu minimieren.
Geplante Maßnahmen und Kosten
Die Baumaßnahmen wurden in enger Abstimmung mit Verkehrsbehörden, Kommunen, Landkreisen, Polizei und Verkehrsbetrieben koordiniert. Detailabstimmungen erfolgen fortlaufend, was zu zeitlichen Verschiebungen führen kann. Zu den wichtigsten Baumaßnahmen zählen:
- Die Albbrücke (B 10 bei Knielingen) ist seit September 2024 im Bau und soll bis Ende Q1 2026 fertiggestellt werden.
- Die Brücke über die Deutsche Bahn (B 35 bei Diedelsheim) wird ebenfalls bis Ende Q1 2026 fertig sein.
- Der Ersatzneubau der Sandbachbrücke (L 75) soll bis zur Sommerpause 2025 abgeschlossen werden.
- Der Ersatzneubau der Kraichbachbrücke (L 554 in Münzesheim) ist ebenfalls für den Abschluss bis zur Sommerpause 2025 vorgesehen.
- Die Arbeiten an der Unterführung der Deutschen Bahn (L 618 bei Heidelsheim) beginnen Ende Juni 2025.
- Größere Fahrbahndeckenerneuerungen sind auf der B 36 (Rheinstetten), der L 608 (Malsch) und der L 83 (Bühlertal) geplant.
Die Gesamtkosten der in Planung befindlichen und bereits im Bau befindlichen Maßnahmen für 2025 belaufen sich auf circa 45,7 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Karlsruhe ist zuständig für die Planung und Umsetzung von Straßen- und Brückenbauvorhaben sowie die Erhaltung bestehender Straßen und Bauwerke.
In der breiteren Perspektive hat Deutschland etwa 40.100 Brücken im Bundesfernstraßennetz, die in circa 52.400 Brücken-Teilbauwerke untergliedert sind, wie auf der Seite des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr erläutert wird. Rund 28.000 dieser Teilbauwerke befinden sich im Netz der deutschen Bundesautobahnen. Der Zustand der Autobahnbrücken ist im Allgemeinen sicher, wenngleich die intensive Beanspruchung durch den Schwerverkehr Spuren hinterlassen hat. Langfristig müssen etwa 8.000 Autobahnbrücken instandgesetzt oder modernisiert werden, wofür ein prioritäres Modernisierungsnetz umfasst, das in den nächsten zehn Jahren angegangen werden soll.
Ein langfristiges Modernisierungsprogramm bündelt alle Aktivitäten zur Brückenmodernisierung. Aktuelle große Brückenmodernisierungsprojekte sind unter anderem die A 7 Rader Hochbrücke und die A 40 Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp.
Die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Brückenmodernisierungen können durch Gesetzesänderungen beschleunigt werden. Umwelt- und Naturschutzaspekte werden in der Planungs- und Genehmigungsphase berücksichtigt, einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfungen.