KarlsruheNeckar-Odenwald-Kreis

Rebhühner retten: Landwirte im Schefflenztal als Schlüssel zum Erfolg!

Am 28. März 2025 lud die Landwirtschaftsbehörde am Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis Landwirtinnen und Landwirte zu einem Infoabend nach Schefflenz ein. Die Veranstaltung, die zum dritten Mal stattfand, war gut besucht und behandelte die landwirtschaftliche Sicht auf den Rebhuhnschutz sowie verfügbare Förderinstrumente.

Unter den Anwesenden waren der Fachdienstleiter Dirk Büttner und Minister Peter Hauk MdL. Judith Knebel vom Regierungspräsidium Karlsruhe stellte die Rebhuhnschutz-Initiative vor, die darauf abzielt, den Schutz des Rebhuhns in die betrieblichen Abläufe der Landwirtschaft zu integrieren. Die gute Zusammenarbeit der Akteure im Schefflenztal wurde als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben. Teilnehmer lobten zudem den seit Herbst 2023 erscheinenden Newsletter, der über aktuelle Entwicklungen informiert.

Aktuelle Herausforderungen im Rebhuhnschutz

Dr. Elmar Werling berichtete über den aktuellen Rebhuhnbestand im Schefflenztal, der aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen weniger Brutpaare als 2024 erwarten lässt. Das Schefflenztal beheimatet die größte Rebhuhnpopulation im Regierungsbezirk. Weiterhin informierte Knebel über den Rückgang von Ackerwildkrautarten in Baden-Württemberg, deren Bedeutung für das Ökosystem es erfordert, dass Landwirtschaft und Naturschutz im Dialog bleiben.

Die Untere Landwirtschaftsbehörde und der Landschaftserhaltungsverband bieten individuelle Beratungen für Landwirte an und erläuterten Fördermöglichkeiten aus der Landschaftspflegerichtlinie (LPR), den Ökoregelungen sowie dem Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT). Seit 2022 wurden auf rund 110 Hektar LPR-Verträge für das Rebhuhn abgeschlossen. Zu den empfohlenen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität zählen der Verzicht auf Düngemittel, reduzierte Saatstärke, günstige Fruchtfolgen sowie späterer Stoppelumbruch. Überjährige Buntbrachen schaffen Lebensräume für Insekten und Schutz für Rebhühner.

Die Initiative Rebhuhnschutz im Schefflenztal, die seit 2021 unter der Federführung des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe läuft, hat das Ziel, die langfristige Erhaltung und Stärkung der Rebhühner zu fördern. Das Projektgebiet umfasst etwa 100 Quadratkilometer zwischen Schefflenz, Billigheim, Mosbach, Elztal und Seckach und zielt darauf ab, verschiedene Akteure wie den NABU, die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Neckar-Odenwald, den Hegering Schefflenztal, den Landschaftserhaltungsverband, den Bauernverband sowie Kommunen und Behörden zusammenzubringen.

Die Bestände des Rebhuhns sind seit 1980 europaweit um 94 Prozent zurückgegangen, weshalb das Rebhuhn in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft wird. Das Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, das zwischen dem 01.04.2021 und 31.03.2023 aktiv war, zielte darauf ab, Wissen zu analysieren und Akteure im Rebhuhnschutz zu vernetzen. Mit einem Finanzvolumen von 896.000 Euro befassten sich die Projektpartner, darunter der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die Georg-August-Universität Göttingen, mit Schutzmaßnahmen, die sich positiv auf verschiedene Arten der Agrarlandschaft auswirken sollen. Ziel ist es, den Rückgang der Biodiversität in Agrarlandschaften Deutschlands zu stoppen und eine Trendumkehr zu bewirken, wie [bfn.de](https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/rebhuhn-retten-vielfalt-foerdern) berichtete.

Minister Peter Hauk schloss die Veranstaltung mit einem abschließenden Wort und einem anschließenden individuellen Austausch, der den Teilnehmern die Möglichkeit bot, ihre Fragen und Anliegen zu besprechen.