
Der CERN, der Europäische Beschleuniger für Elementarteilchen, steht möglicherweise vor einem bedeutenden Schritt in der Teilchenphysik. Ein internationales Team von Fachleuten hat in einer ausführlichen Machbarkeitsstudie einen Vorschlag für einen neuen, größeren Teilchenbeschleuniger erstellt, der den aktuellen Large Hadron Collider (LHC) ablösen könnte. Der vorgeschlagene Future Circular Collider (FCC) würde einen umfangreichen Tunnel von 91 Kilometern Länge und etwa 200 Metern Tiefe umfassen, um Elektronen und Positronen auf Kollisionskurs zu bringen.
Die erste Ausbaustufe des FCC wird auf etwa 16 Milliarden Euro geschätzt. Ab den 2040er Jahren wird der FCC leistungsfähiger sein als der LHC, mit dem unter anderem das Higgs-Boson entdeckt wurde. Langfristig könnte ein Protonen-Beschleuniger folgen. Das Hauptziel dieser und möglicher Nachfolgeprojekte besteht darin, grundlegende Fragen zur Entstehung des Universums zu klären.
Details zur Machbarkeitsstudie
Die Machbarkeitsstudie, die von CERN und internationalen Partnern über mehrere Jahre hinweg entwickelt wurde, wurde jüngst veröffentlicht und beschäftigt sich umfassend mit verschiedenen Aspekten des FCC. So analysierten über 1.000 Physiker und Ingenieure eine Vielzahl von Szenarien, um die beste Option für das Projekt auszuwählen. Ein wichtiger Bestandteil der F&Earbeiten ist, dass die Baukosten im Rahmen der Planung berücksichtigt werden und dass der Bau nachhaltige Forschungsinfrastrukturen gewährleisten wird, die ökologische Designprinzipien integrieren.
Der Bericht, der auch als Input für die Europäische Strategie für Teilchenphysik dient, wird in den nächsten Monaten vom CERN-Rat bewertet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den physikalischen Zielen, Geologie, Bauingenieurwesen, territorialen und umweltbezogenen Dimensionen. Auch die geschätzten Baukosten für die Elektron-Positron-Phase des FCC belaufen sich auf 15 Milliarden Schweizer Franken, verteilt über etwa 12 Jahre ab den frühen 2030er Jahren.
Die endgültige Entscheidung über den Bau des FCC wird um das Jahr 2028 erwartet. Unabhängige Gremien werden den Bericht zur Machbarkeitsstudie prüfen, wobei der CERN-Rat voraussichtlich im November 2023 über den Bericht beraten wird, wie ka-news.de berichtete.
Der FCC könnte nicht nur die Forschung in der Teilchenphysik vorantreiben, sondern auch eine Vielzahl neuer Technologien in weiteren gesellschaftlich relevanten Bereichen fördern, wie CERN hinzufügte.