
Daniel Drixler, Geschäftsführer der Firma Enerix in Deißlingen, äußerte sich kürzlich über die Zukunft der Photovoltaik und die Rolle von Elektroautos als Stromspeicher. In einem Interview betonte er, dass der Markt für Photovoltaikanlagen vor neuen Herausforderungen steht, insbesondere durch den Regierungswechsel und den Einfluss chinesischer Konkurrenz auf die Photovoltaikbranche. Drixler bezeichnete die sogenannten Balkonkraftwerke als „Einstiegsdroge“ in die Nutzung erneuerbarer Energien und verwies auf die zu erwartenden Innovationen sowie die erheblichen Hürden, die es in der Branche zu überwinden gilt, wie Schwarzwälder Bote berichtete.
Zusätzlich zu Drixlers Ausführungen wurde am 15. April 2024 ein Solarpaket im Rahmen der Einigung beim Klimaschutzgesetz zwischen den Koalitionsparteien beschlossen. Dieses Paket zielt darauf ab, die Installation von Photovoltaikanlagen, insbesondere von Balkonkraftwerken, zu erleichtern. Zu den geplanten Maßnahmen gehören der Entfall der Anmeldung beim Netzbetreiber für kleine Solaranlagen, eine vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister sowie die Übergangsweise Nutzung alter Zweirichtungszähler für neue Balkon-PV-Anlagen. Es ist zudem vorgesehen, Balkonkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 2 Kilowatt und einer Wechselrichterleistung von bis zu 800 Voltampere zuzulassen und die Verwendung eines herkömmlichen Schukosteckers für die Installation zu ermöglichen.
Rechte für Mieter und Nutzungseinschränkungen
Ein wichtiger Aspekt des neuen Gesetzes ist das Recht für Mieter, Balkonkraftwerke zu installieren, ohne die Erlaubnis des Vermieters einholen zu müssen. Eine Gesetzesänderung im Miet- und Wohnungseigentumsrecht wurde beschlossen, muss jedoch noch vom Bundesrat bestätigt werden. Balkonkraftwerke werden künftig als bevorzugte Maßnahme im Mietrecht angesehen.
Die Diskussion über die Möglichkeit, Solarstrom aus Balkonkraftwerken für Elektroautos zu nutzen, nimmt ebenfalls an Fahrt auf. Während die Nutzung zur Stromkompensation für Elektroautos attraktiv sein könnte, muss jedoch beachtet werden, dass die Ladezeit aufgrund der begrenzten Leistung lang ist. Es wird auch darüber nachgedacht, zusätzliche Speicher für Solaranlagen einzusetzen, die zwar für den Betrieb von Elektrowerkzeugen nützlich sein können, jedoch wenig effektiv für das Laden von Elektroautos sind. Eine weitere Option, die diskutiert wird, sind Solar-Carports, als alternative Möglichkeit zur Nutzung von Solarenergie, wie Auto Motor und Sport anmerkte.