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Neptun Werft plant Expansion in Stralsund: Schiffbau zukunftssicher?

Die Neptun Werft in Rostock plant eine Expansion und sucht einen zweiten Standort in Mecklenburg-Vorpommern. Im Visier ist das Volkswerft-Gelände in Stralsund. Die Neptun Werft, ein Tochterunternehmen der Meyer Werft, bestätigt Gespräche mit der Stadt und stellt sich dem Wettbewerb um das Gelände, da das Windkraft-Unternehmen EEW ebenfalls Interesse zeigt.

Neptun Werft erwartet einen Auftrag zum Bau einer Konverterplattform für belgische Windparks, dessen Entscheidung im März erwartet wird. Dieser Auftrag könnte sich zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Für die notwendigen Kapazitäten sind zusätzliche Einrichtungen erforderlich, da in Rostock die Verarbeitung von 30.000 Tonnen Stahl nicht bewältigt werden kann. Dabei soll jedoch keine zweite Werft in Stralsund entstehen; vielmehr ist geplant, den Stahlbau auszulagern.

Lokale Veränderungen im Schiffbau

Währenddessen hat der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern nach der Insolvenz der MV Werften an den Standorten Wismar, Warnemünde und Stralsund eine positive Neuausrichtung erlebt. Laut Insolvenzverwalter Christoph Morgen sind Investoren in die Bereiche eingestiegen, und ein fast fertig gestelltes Kreuzfahrtschiff für Disney wird in Wismar mit 450 Schiffbauern vollendet. Die Genting-Gruppe hatte zuvor Milliarden in die MV Werften investiert, war jedoch am Kreuzfahrtmarkt gescheitert.

Der regionale Schiffbau zeigt Anzeichen der Stabilisierung und konzentriert sich zunehmend auf den U-Boot- sowie den Überwasserschiffbau. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hebt den erforderlichen Strukturwandel weg vom Kreuzfahrtschiffbau hervor. Von den 3100 ehemaligen Werftarbeitern haben lediglich etwa 1300 einen neuen Job im Schiffbau finden können, während 250 Beschäftigte im Marinearsenal einen neuen Arbeitsplatz erhielten und Smulders bis zu 500 neue Jobs angekündigt hat.

Jedoch gibt es weiterhin Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Aufträge im Marinebereich und der Beschäftigungssituation. Ein Entwicklungskonzept für den maritimen Gewerbepark in Stralsund steht bislang aus, wobei sich bereits kleinere Firmen mit etwa 300 Mitarbeitern dort angesiedelt haben.

Für mehr Informationen zu den Plänen der Neptun Werft lesen Sie den Artikel auf Hansa Online und für die Entwicklungen im regionalen Schiffbau besuchen Sie Nordkurier.