
Hansa Rostock hat auf die wiederholten Fan-Randalen bei Auswärtsspielen reagiert. Anfänglich stehen die Vorfälle im Zusammenhang mit dem Auswärtsspiel gegen Alemannia Aachen, welches mit einem 1:2 endete. Hier kam es zu erheblichen Schäden, darunter die Zerstörung sanitärer Einrichtungen sowie das Abbrechen von hunderten Sitzschalen. Der Sachschaden beläuft sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Der Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Eggert äußerte seine Frustration über die wiederholten Schäden und appellierte an die Fans, „rote Linien“ nicht zu überschreiten. Eggert ist seit 2003 Vereinsmitglied und einer der Mitbegründer der Ultraszene.
Um zukünftige Vorfälle zu vermeiden, hat Hansa Rostock entscheidende Maßnahmen beschlossen. Fortan werden nur noch Vereinsmitglieder Auswärtstickets erhalten, zudem wird die Personalisierung der Karten eingeführt. Der Vorverkauf für Auswärtsspiele beginnt zehn Tage vor dem Spiel und wird auf drei Tage beschränkt. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Wehlend betonte die Null-Toleranz-Politik des Vereins gegenüber Gewalt und Vandalismus. Zudem hat sich Hansa Rostock bei Alemannia Aachen für das Verhalten der Randalierer entschuldigt.
Ausschreitungen in Paderborn
Weitere Ausschreitungen ereigneten sich beim Zweitligaspiel des SC Paderborn gegen Hansa Rostock, das mit 0:3 endete. Rostocker Fans zündeten Pyrotechnik, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und verursachten Schäden an Getränke- und Imbissbuden. Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger zeigte sich besorgt über die Gewalt und forderte Konsequenzen für gewaltbereite Fans. Der materielle Schaden wird auf über 100.000 Euro geschätzt, den Hansa Rostock begleichen soll.
Nach dem Spiel äußerte sich Kristian Walter, der Sportdirektor von Hansa Rostock, distanziert von den Ausschreitungen und entschuldigte sich beim SC Paderborn. NRW-Innenminister Herbert Reul verurteilte die Gewalt und forderte Schutz für friedliche Fans. Der Vorfall zog sich durch mehrere Unterbrechungen des Spiels, bedingt durch die gezündete Pyrotechnik. Rund 150 gewaltbereite Gästefans verließen den Stehplatzbereich und griffen den Ordnungsdienst sowie die Polizei an. Insgesamt verletzten sich acht Mitarbeiter des Ordnungsdienstes und zwölf Polizeibeamte, darunter eine Polizistin, die hospitalisiert werden musste. Außerdem wurde ein Hansa-Fan bemerkenswert schwerer Kopfverletzung beschuldigt, auch er wurde ins Krankenhaus gebracht.