
Der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für den Rhein-Kreis Neuss hat eine positive Bilanz für das Jahr 2024 gezogen. Während die Region erfreulicherweise von Badeunfällen mit Ertrinkenden verschont blieb, berichtete DLRG-Einsatzleiter Thomas Tscheuschner von einer besorgniserregenden Entwicklung: Immer mehr Kinder haben Schwierigkeiten beim Schwimmen. Die DLRG musste insgesamt 51 Mal zu Einsätzen am Rhein ausrücken, zudem gab es 30 Rettungseinsätze am Kaarster und Nievenheimer See. Diese Zahlen zeigen einen Anstieg der Einsätze im Vergleich zu den Vorjahren.
Um den Schwimmfähigkeiten bei Kindern entgegenzuwirken, empfiehlt Tscheuschner, bereits Kleinkinder frühzeitig ans Wasser zu gewöhnen. Diese vorbeugenden Maßnahmen könnten entscheidend sein, um die Schwimmkompetenz zu verbessern und damit auch potenziellen Gefahren vorzubeugen.
Schwimmfähigkeiten von Kindern
Ein weiterer Aspekt der Schwimmfähigkeit von Kindern wird durch eine DLRG-Umfrage verdeutlicht. Nur 57 Prozent der Eltern stuften ihre Kinder im Jahr 2023 als sichere Schwimmer ein, ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2017, als dieser Anteil bei 59 Prozent lag. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Nichtschwimmer und ein Rückgang der unsicheren Schwimmer zu beobachten: 23 Prozent der Kinder werden als unsichere Schwimmer eingestuft, was im Vergleich zu vorherigen Erhebungen (31 Prozent) eine positive Entwicklung darstellt.
Ein weiterer signifikante Trend zeigt, dass der Anteil sicherer Schwimmer mit dem Alter zunimmt. 26 Prozent der Eltern von Sechsjährigen geben an, ihr Kind schwimme sicher, während diese Zahl bei den Zehnjährigen auf 83 Prozent ansteigt. Darüber hinaus weist die DLRG darauf hin, dass viele Eltern fälschlicherweise glauben, ihr Kind könne schwimmen, wenn es das Seepferdchen erworben hat. Dieses Abzeichen bescheinigt lediglich das Beherrschen grundlegender Fähigkeiten, während sicheres Schwimmen das Schwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer) voraussetzt. Schätzungen der DLRG zufolge können 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule nicht als sichere Schwimmer betrachtet werden. Besorgniserregend ist auch, dass 21 Prozent der Kinder, die von Eltern als sicher oder unsicher eingestuft werden, kein Schwimmabzeichen abgelegt haben.