Stendal

Lebenshilfe in Stendal: Massiver Streit um Werkstattplatz sorgt für Panik!

In Stendal sorgte eine Mitteilung der zuständigen Behörde für Unruhe unter den Beschäftigten eines Lebenshilfe-Vereins. Die Behörde informierte die Mitarbeiter in der Werkstatt in Röxe darüber, dass die Einrichtung nicht anerkannt sei. Dies geschah im Zusammenhang mit fehlenden Kontrollen bezüglich der Arbeits- und Unfallvorschriften. Die Reaktion der Mitarbeitenden war Panik, wie die Vorsitzende des Werkstattrates, Sabrina Feindt, berichtete. Eine anschließende Versammlung der Mitarbeiter führte jedoch wieder zu Ruhe.

Zur Transparenz wurde bekannt, dass der Lebenshilfe-Verein in Stendal auf eine bundesweite „Schwarze Liste“ gesetzt wurde. Dies bedeutet, dass keine neuen Klienten aus anderen Bundesländern mehr aufgenommen werden können. Das Sozialministerium in Magdeburg stellte klar, dass es sich hierbei um eine „Informationspflicht“ gegenüber anderen Bundesländern handelt. Darüber hinaus wurde ein genereller Aufnahmestopp verkündet.

Überbelegung und bauliche Mängel

Ein weiteres Problem für die Organisation ist die hohe Überbelegung am Stammsitz in Tangerhütte, wo bereits seit Jahren eine kritische Situation herrscht. Die Einrichtung hat 190 anerkannte Plätze, jedoch sind bis zu 50 Plätze überbelegt. Diese Überbelegung und bestehende behördliche Auflagen bestehen seit 2018, unter anderem aufgrund von Brandschutzmängeln. Die Lebenshilfe wird als Rehabilitationseinrichtung zur Qualifizierung für Arbeit betrachtet, was die Notwendigkeit zur Finanzierung von Maschinen, Kundenakquise und Preiskalkulation unterstreicht. Um zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu schaffen, plant der Verein den Neubau in Stendal. Die aktuelle Problematik der Überbelegung und die Brandschutzproblematik sind jedoch nicht als dauerhafte Lösung akzeptabel.

Die Situation wirft auch Fragen zur allgemeinen Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt auf, wie auf den Seiten des Deutschen Roten Kreuzes erläutert wird. Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) dienen der beruflichen Rehabilitation und sollen Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Zu den Angeboten der WfbM gehören verschiedene Bereiche, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Beschäftigten zugeschnitten sind, inklusive der Förderung von Menschen mit seelischen Behinderungen.

Für viele Menschen stellt die Aufnahme in eine Werkstatt eine wichtige Möglichkeit dar, berufliche Fähigkeiten zu erlernen und den Übergang in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu ermöglichen, was die Herausforderung in Stendal umso komplizierter macht.