
Das Wismut-Lager steht vor einer entscheidenden Partie im Kampf um die Tabellenplätze. Ziel für das kommende Wochenende ist es, punktemäßig zu Sandersdorf aufzuschließen. Nach der Rückrunde hat die Mannschaft von Trainer Steffen Geisendorf drei Punkte aus vier Partien erzielt. Die letzten Gegner waren Bischofswerda und Krieschow. Geisendorf äußerte sich zur Bilanz und stellte fest, dass das Team gegen Grimma, Krieschow und Bischofswerda Chancen erarbeitet hat, jedoch individuelle Fehler zu Punktverlusten führten. Dagegen konnte das Team gegen Zorbau einen 3:1-Sieg einfahren, ohne nennenswerte individuelle Fehler, und zeigte eine Vielzahl an herausgespielten Chancen.
Die anstehende Begegnung gegen Sandersdorf hat eine besondere Bedeutung, da es sich um einen direkten Tabellennachbarn handelt. Geisendorf betont die Wichtigkeit der Tagesform und das Ziel, das Spiel voranzutreiben und individuelle Fehler zu minimieren. Im Hinspiel siegte Wismut bereits gegen Sandersdorf und erwartet ein hektisches Spiel vor heimischem Publikum. Die Unruhe im Verein, verursacht durch den Rücktritt von Präsident Max Weiß, soll jedoch keinen Einfluss auf die Arbeit von Geisendorf und der Mannschaft haben.
Historische Aspekte der Wismut AG
Die Wismut AG war von 1945 bis 1990 der größte Uranproduzent Europas und spielte eine bedeutende Rolle im Uranbergbau der DDR. Sie wurde im Kontext sowjetischer Reparationsforderungen gegründet und unterstand bis 1956 dem sowjetischen Verteidigungsministerium. Uran wurde zunächst ausschließlich in die Sowjetunion geliefert und erst ab 1962 teilweise in der DDR verwendet. Die Umweltschäden des Bergbaus wurden erst nach dem Rückzug der Sowjetunion im Jahr 1990 umfassend untersucht.
Die Gründung der Wismut AG und der rasante Anstieg des Uranbergbaus führten zu einer Vielzahl sozialer Probleme, wie die Unterbringung der Arbeiter in Baracken und Zeltstädten sowie hohen Kriminalitätsraten in den Bergbauorten. Trotz der Herausforderungen entwickelte sich die Wismut AG zu einem autarken Gebilde mit Sonderversorgung. Bis 1990 hatte die Gesellschaft 220.000 Tonnen Urankonzentrat produziert, bevor ihre Aktivitäten mit dem Abkommen von 1991 beendet wurden. Umweltbelastungen und Gesundheitsrisiken, die aus dem Uranbergbau resultieren, sind bis heute ein anhaltendes Thema, für das die Wismut GmbH, zuständig für die Sanierung der Altlasten, hohe Kosten zu tragen hat.